Coca Colla

koka20090524193505Boliviens Koka-Kampfbrause

Koka gilt in Bolivien als Teil der Alltagskultur. Jetzt will Präsident Evo Morales aus der Pflanze ein Erfrischungsgetränk brauen – und fordert damit die USA heraus.

Die Formel für die Limonade muss zwar erst noch gefunden werden, aber so viel ist schon mal klar: Fast schwarz soll das Gebräu sein, und auf der Flasche wird ein rotes Etikett mit dem Schriftzug Coca Colla prangen. Das ist kein Druckfehler. Jegliche Ähnlichkeiten mit einer bereits existierenden koffeinhaltigen Brause sind gewollt.

Der Vorstoß von Präsident Evo Morales ist nicht der erste Versuch, gegen den angeblichen amerikanischen Coca-Cola -Imperialismus zu Felde zu ziehen. 2002 beispielsweise brachte Tawfik Mathlouthi in Paris ein Getränk names Mecca-Cola auf den Markt. “Trinkt nicht mehr dumm, trinkt engagiert” war auf dem Etikett zu lesen. Politisch korrekte Erfrischungsbrause für die islamische Kehle.

Doch hat der bolivianische Plan auch noch einen anderen Hintergrund: Seit Jahren kämpft Morales für eine Legalisierung des Kokaanbaus und setzt dabei vor allem auf publikumswirksame Maßnahmen. Während einer internationalen Drogenkonferenz in Wien präsentierte Morales dem überraschten Plenum ein Kokablatt, der früheren US-Außenministerin Condoleezza Rice überreichte er als Geschenk eine Andengitarre – mit echtem Kokablatt als Intarsie.

Morales’ Nähe zur Koka ist kein Zufall. Das Gewächs gilt in Bolivien seit jeher als Kulturpflanze für den Alltagsgebrauch. Die Bolivianer nutzen die Blätter zum Kauen, als Tee und in anderen Produkten. Der Präsident selbst war früher Kokabauer und leitet noch heute die einflussreiche Gewerkschaft der Kokabauern.

Heftiger Streit

Wegen der Pflanze tobt allerdings auch ein heftiger Streit zwischen der US-amerikanischen Drogenbehörde und Bolivien. Washington wirft den Südamerikanern vor, dass sie die “aus kulturellen Gründen” zulässige Anbaufläche von 12.000 Hektar weit überschritten haben. Auf dem Höhepunkt des Streits vor zwei Jahren verwies Morales Mitarbeiter der US-Antidrogenbehörde des Landes. Der Vorwurf: Die Amerikaner hätten innerhalb von Boliviens Grenzen spioniert.

Mithilfe von Satellitenbildern kamen die Vereinten Nationen zu der Erkenntnis, dass bolivianische Bauern die Anbauflächen tatsächlich verdreifacht haben. Rund 113 Tonnen Kokain sollen sie zuletzt produziert haben. Quelle: pressetexte.de